Weißenfels Stadtkirche St. Marien – Ladegast Orgel

RestaurationWeißenfels Stadtkirche St. Marien – Ladegast Orgel

Erbaut 1860-164, Friedrich Ladegast // Restauriert 2019-2021, Hermann Eule Orgelbau

  • Weißenfels
  • 2019 - 2021
  • Restauration

Geschichte

Die „wahrhaft ausgezeichnete Orgel“ – Mit diesem Superlativ würdigte 1870 der bedeutende Weimarer Liszt-Schüler, Orgelvirtuose und Herausgeber Alexander Wilhelm Gottschalg die Orgel und schrieb: „In diesem prächtigen Werk gibt es soviel vorzügliche Stimmen, so dass Referent wohl stundenlang im freien Fantasieren gefesselt worden wäre…“

Die Planungen zur neuen Orgel ab 1852 weiteten sich zunächst zu einer vollständigen Renovierung und Umgestaltung des Kirchenraums mit einer neuen Orgelempore aus.

1854 unterbreitete Ladegast einen ersten Kostenanschlag für eine neue  zweimanualige Orgel. mit 33 Registern „Meinen lieben Weißenfelsern“ wollte er sie statt für 3.400 nur für 2.683 Taler bauen – zzgl. geschätzte 300 Taler für das Gehäuse, für das er zusammen mit einem Architekten noch einen Entwurf liefern wollte. Ladegast hielt für möglich, in seine neue Orgel 7 alte Register zu übernehmen bei einer Kostenersparnis von 121 Talern, riet aber davon ab. Vielmehr wollte er aus Pfeifen der alten Orgel eine Interimsorgel anfertigen. Mit seiner neuen Orgel wollte er „den hohen Beförderern dieses Unternehmens, sowohl als meinen lieben Mitbürgern sowie auch meinen Namen ein bleibend ehrendes Denkmal setzen.“

 

Alle Bildrechte gehören Thomas Piontek.

Ladegast- Orgel Weißenfels

 

I. Manual (Oberwerk) C – f′′′

Quintatön 16′
Geigenprincipal 8′ **
Salicional 8′ **
Gedackt 8′
Octave 4′ **
Flauto minor 4′
Nassat 2 2/3′
Waldflöte 2′ **
Progr. Harm. 4f. 2′ (2-3-4-2f.) **
Oboe 8′

 

II. Manual (Hauptwerk) C – f′′′

Bordun 16′
Principal 8′ **
Hohlflöte 8′ **
Viola di Gamba 8′ *
Gemshorn 8′ **
Rohrflöte 8′
Octave 4′ **
Spitzflöte 4′
Quinte 2 2/3′
Octave 2′
Cornett 5f. 4′ (4f. ab g0) **
Mixtur 5f. 2′ (4-5-4f.) **
Trompete 8′ **

 

III. Manual (Echowerk) C – f′′′ (im Schwellkasten **)

Liebl. Gedackt 16′ **
Viola d’amour 8′ **
Flauto traverso 8′ (1-2f.) *
Unda maris 8′
Fugara 4′
Zartflöte 4′ *
Violine 2′
Cymbel 3f. 2′ (3-2f.)

 

Pedal C – d′

Principalbass 32′
Principalbass 16′ **
Violon 16′ *
Subbass 16′
Octavbass 8′
Violoncello 8′ *
Baßflöte 5 1/3′ **
Quintbass 4′ **
Octavbass 4′ **
Posaune 16′

 

Nebenzüge:

  • Manualkoppel I an II, Manualkoppel III an II, Pedalkoppel an II
  • Tremulant
  • 5 Sperrventile (für I. Man., II. Man., III. Man., im Pedal für Abteilung I und II)
  • seitlicher Löffeltritt zum Einhaken für die Schwelltüren des Echowerks
  • Calcantenruf

Stimmung:

  • originaler Kammerton 440,3 Hz bei 15° C, gleichschwebend
  • 3 Magazinbälge im Zwischenboden unterhalb der Orgel, Winddruck Manuale 72, Pedal 82 mmWS

 

* = ganz rekonstruiert                                        

** = teilweise rekonstruiert (incl. Prospektpfeifen); Chorzahlen der gemischten Stimmen lt. den Registerschildern, tatsächliche Chorzahl in Klammern.

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