Reiste Fischer-Orgel

RestaurationReiste Fischer-Orgel

Erbaut 1854, Anton Fischer // Restauriert 2015-2018, Hermann Eule Orgelbau

  • Reiste
  • 2015 - 2018
  • Restauration

Restaurierung und Teilkonstruktion der Fischer-Orgel

 

Die Orgel wurde 1854 von Anton Fischer aus Beckum erbaut. Er verwendete dafür 9 Register der Vorgängerorgel wieder, die um 1740 aus dem Kloster Grafschaft erworben wurde und dort 1633 mit 10 Registern erbaut worden war. 15 Register sollte er neu bauen. Die ausgeführte Disposition wich etwas vom Vertrag ab, außerdem besetzte er 4 (5) der neuen Register letztlich mit älteren Pfeifen aus anderen, bisher nicht identifizierten Barockorgeln. Für 5 weitere Register waren die Schleifen vorbereitet, aber nicht besetzt. 1865 baute Fischers Sohn ein Terzian im Hauptwerk ein.

1973 erfolgte ein durchgreifender neobarocker Umbau durch die Werkstatt Breil, Dorsten. Wiederverwendet wurden nur die Windladen und 23 Register (manche nur teilweise). 6 Register, Gehäuse (mit Pedaltürmen und schwellbarem Brustwerk), Spielschrank (mittig), Tragwerk, Windanlage und Trakturen wurden neu gebaut, die Mixturen sowie der Pedalumfang wurden erweitert.

Ab 2015 bis zur Wiedereinweihung am 30.9.2018 wurde durch Eule Orgelbau Bautzen die ursprüngliche Anlage so weit wie möglich wiederhergestellt. Der Prospekt wurde neu gebaut in stilistischer Anlehnung, aber nicht Kopie des originalen. Spielschrank, Trakturen, Tragwerk, Magazinbälge und Windkanäle wurden rekonstruiert, die Disposition von 1854 wiederhergestellt, nun erstmals einschließlich der damals zurückgestellten Register, und ein Kanaltremulant ergänzt. Da von Fischer fast kein Material andernorts erhalten ist, wurde auf Analogien seines Lehrmeisters Dreymann sowie von Randebrock und Franz Eggert zurückgegriffen.

Das größte und ungewöhnlich farbenreiche hochromantische Werk des Anton Fischer mit barocken Pfeifen ist somit wiedererstanden. Der Spielschrank ist rechts seitenspielig. Alle Werke haben mechanische Schleifladen. Das Positiv ist ein Unterwerk (chromatisch), darüber steht das Hauptwerk (C/Cs). Das Pedal steht links hinterständig, rechts hinten die 2 neuen Doppelfaltenmagazinbälge – der untere für das Pedal, der obere für beide Manuale, darunter der Ventus im Schallschutzkasten.

 

Alle Bildrechte gehören dem

Hermann Eule Orgelbau und Andreas Plett.

Fischer-Orgel Reiste

 

II. Manual (Hauptwerk) C – g′′′

1. Bourdon 16′ F
2. Principal 8′ Prospekt E
3. Gedackt 8′ A
4. Viola di Gamba 8′ A/F
5. Gemshorn 8′ F
6. Octave 4′ A
7. Duesflöte 4′ A
8. Quinte 2 2/3′ A
9. Octav 2′ A
10. Mixtur 4-5fach 2′ A/F
11. Cymbel 2fach 1′ F
12. Sesquialter (2fach 1 3/5’)   2′ Alt
14. Trompete 8′ E

 

I. Manual (Positiv/Unterwerk) C – g′′′

15. Hohflöte 8′ F
16. Flauto travers 8′ F
17. Salicional 8′ F
18. Octav 4′ Alt
19. Duiflöte 4′ F
20. Octav 2′ Alt
21. Flageolet 2′ E
22. Vox humana 8′ Alt

 

Pedal C – c′

23. Violonbass 16′ F
24. Subbass 16′ F
25. Principalbass 8′ A
26. Quintbass 5 1/3′ E
27. Octavbass 4′ A/F
30. Clarinet 2′ E
28. Posaune 16′ F
29. Trompete 8′ E

 

Nebenregister:

  • Manualkoppel
  • Pedalkoppel
  • Tremulant

Technische Daten:

  • a′ = 444 Hz bei 15° C gleichstufig temperiert
  • Winddruck Manuale 73, Pedal 80 mmWS
  • 1.878 Pfeifen (incl. 49 stumme), davon A: 470, Alt: 241, F: 750, E: 417

Legende:

F = Original Fischer 1854

A = Anonym 1633

Alt = Pfeifen 17./18. Jh., 1854 eingebaut

E = rekonstruiert Eule 2018

 

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