Heilsberg Bonifatius-Kirche – Johann Daniel Schulze Orgel

RestaurationHeilsberg Bonifatius-Kirche – Johann Daniel Schulze Orgel

Erbaut 1766, Johann Daniel Schulze // Restauriert 2011-2020

  • Heilsberg
  • Oktober 2011 - 2020
  • Restauration

Geschichte

1766 entstand die Orgel durch die Hand Johann Daniel Schulzes in Milbitz, 33 Jahre später musste diese schon repariert werden. Der Auftrag ging an Johann Michael Georgi aus Unterwirbach. Kurz darauf 1807 kam die zweite Reparatur durch Christian Frischmuth, Naschhausen bei Orlemünde, und auch um einen relativ frühen Umbau kam sie nicht umher. Der berühmte Enkel des Orgelbauers, Johann Friedrich Schulze, übernahm den Umbau und führte eine Dispositionsänderung durch. Eine weitere große Reparatur und ein weiterer Umbau war 1888/89 nötig und wurde durchgeführt von Hermann Kopp aus Bürgel, was Reparaturen an den Bälgen, das Ersetzen der Lederpulpeten durch Messingpulpeten, die Erneuerung des Angehänges, den Wegfall des höchsten Chores der Mixtur, die Erneuerung von Ledermuttern und Streichbärte für Salicional 4′ beinhalteten.

Zahlreiche weitere Reparaturen wurden in den Jahren 1898, 1900, 1917, 1933 und 1980 an der Schulze-Orgel durchgeführt.

Zustande kommt dies, da Johann Daniel Schulze vermutlich das gesamte Orgelwerk für einen etwas höheren Kirchenraum konzipierte. Das führte dazu, dass beim Einbau bereits wesentlich Änderungen vollzogen werden mussten, die qualitativ sehr minderwertig ausgeführt wurden. Hierbei fiel besonders die Lage des Oberwerks auf, was zur ursprünglichen Planung ca. 6cm zu weit rechts steht, also eine schiefziehende Traktur erforderte, die dann wiederum in Kollision mit den darunter liegenden Wellen und Wellenärmchen stand. Die Höhe des Wellenbrettes vom I. Manual musste anscheinend beim Einbau gekürzt werden, was die Position der Wellen der Töne C, Cs, D, und E in geplanter Form nicht ermöglichte, die Notlösung war eine der auffälligsten Fehlerquellen.

So kommt es, dass die Orgel seit Mitte der 1970er Jahre nicht mehr spielbar ist. Der desolate Zustand der Schulze-Orgel vor der Restaurierung des Hermann Eule Orgelbaus Bautzen ist auf einem der Bilder in der Bildergalerie deutlich zu sehen.

 

Zum vorgefundenen Zustand (von Gehäuse, Stützwerk und Spieltisch)

Das originale Gehäuse von 1766 ist bis auf das Schleierwerk vollständig erhalten, Wurmbefall hinterließ regionale Schadstellen, Verleimungen waren teilweise lose (Schlagleisten an Türen und Füllungen), im Pedalbereich wurde das Gehäuse zum Bass hin um ca. 3cm abgeschnitten, um die Pedalverschiebung zur Absenkung des Stimmtones zu ermöglichen, Verriegelungen und Schlösser waren z.T. demontiert, z.T. defekt.

Im Orgelinneren befand sich nur das Laufbrett über der Pedaltraktur und ein ca. 20cm breites Laufbrett im Oberwerk, sowie eine stark beschädigte schmale Leiter. Ein Zugang zum Stimmen der Orgel im Hauptwerk und Oberwerk war nur durch Klettern und damit möglichen starken Beschädigungen am Orgelwerk möglich.

Die Deckenverkleidung über der Orgel wies starke Fugen auf, durch die bei kleinsten Erschütterungen oder Mäusebewegung Schmutz in Orgelwerk fiel, besonders die drei Durchbrüche in die Decke für Holzpfeifen waren Quelle von Verschmutzungen.

Die Klaviaturen und der Spielschrank waren ebenso stark verschmutzt. Die Tasten waren an allen drei Klavieren aufgrund von Korrosion und Schmutz schwergängig oder gar nicht mehr bewegbar. Weder die Manualkoppel, noch die Traktur lies sich aufgrund von verbrauchten Ledermuttern und schlechter Stellung der Trakturen zu den Angriffen nicht mehr regulieren (Abstrakten zu lang oder zu kurz, dadurch Regulierung am Limit).

Aufgrund von ausgespielten Schubstangen klapperten diese in den Manubrien. Die vorgefundene Beleuchtung war unpassend groß und warf Schatten für das II. Manual.

Ein Großteil der Tasten der Pedalklaviatur war ausgetreten, die Garnierungen verbraucht. Aufgrund der Breite der Orgelbank wurde die Pedalklaviatur am äußeren Lager so weit gekürzt, dass sie nur bedingt den beiden Außentasten Halt geben kann. Dieser Umstand ist nicht abänderbar unter Nutzung der originalen Orgelbank.

 

Alle Bildrechte gehören

dem Hermann Eule Orgelbau.

Johann-Daniel-Schulze-Orgel Heilsberg

 

Hauptwerk C-d′′′  (51 Töne)

1. Principal 8′
2. Gambe 8′
3. Gedact 8′
4. Hohlfloete 8′
5. Octave 4′
6. Mixtur 5fach
7. Bordun 16′

 

Oberwerk C-d′′′ (51 Töne)

8. Principal 4′
9. Liebl. Gedact 8′
10. Flauto traverso 8′
11. Gedact 4‘ 4′
12. Blindzug Octave 2′
13. Salcional 4′

 

Pedal C-d (27 Töne)

14. Violon 8′
15. Octavbass 8′
16. Subbass 16′
17. Violon 16′

 

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