Jauer / Jawor, Polen, Friedenskirche - Lummert Orgel Restaurierung

Restaurierung 1. Bauabschnitt 2002

Ausgeführte Arbeiten im Überblick: Für das Jahr 2002 war vom Auftraggeber in einem 1. Bauabschnitt nur die Restaurierung des Hauptwerkes mit fest angehangener Pedalkoppel vorgesehen. 

  • Neu Flechsen und Beledern einer der vier originalen Keilbälge durch die polnische Orgelbaufirma Adam Olejnik
  • Reparatur der gesamten Kanalanlage unter Nutzung der noch vorhandenen originalen Kanäle durch die polnische Orgelbaufirma Adam Olejnik
  • Rekonstruktion des gesamten Spieltisches auf Grundlage des erhaltenen, spärlich beschrifteten rechten Registerstaffelbrettes und einiger Dübellöcher und Abdrücke am Gehäuse
  • Rekonstruktion der Registertraktur unter Verwendung der originalen Schwerterlager des Hauptwerkes
  • Rekonstruktion der Tontraktur, Erneuerung aller Abstrakten und Wellen in Anlehnung einer gefundenen originalen Welle mit Wellenärmchen
  • Instandsetzung der beiden Hauptwerkswindladen
  • Instandsetzung der erhaltenen originalen Holzpfeifen
  • Rekonstruktion der originalen Mensuren anhand der teilweise noch vorhandenen Raster und Pfeifenbänkchen, Herstellen der Pfeifen in Anlehnung an die Bauweise der originalen Pfeifenbestände
  • Instandsetzung und Ergänzung des Gehäuses sowie dessen farbliche Fassung durch polnische Firmen
  • Intonation und Stimmung des Hauptwerks in gleichstufig temperierter Stimmung


Obwohl alle Arbeiten direkt an der Orgel abgeschlossen sind, erhält das Instrument möglichst im Frühjahr 2006 noch ein Dach. Der Hauptgrund für diese Zutat liegt in der schlechten Beschaffenheit der Deckenmalerei und dem damit verbundenen Herabfallen von teilweise großen Farbpartikeln. Desweiteren ist mit einer wesentlichen Klangverbesserung des Pedalwerkes (Klangreflektion) zu rechnen, die Orgel wird bei dunklem Hintergrund nicht mehr so “leer” wirken, auch wird das bisher durch die dahinterliegenden Fenster hereinfallende Sonnenlicht die Stimmung nicht mehr so wesentlich beeinflussen können. Alle drei Sperrventile sind im Orgelinneren fixiert und müssen nicht gezogen werden. Die Tontraktur des Hauptwerkes ist aufgrund der Bauweise Lummerts (sehr große Ventile aus Eiche, keine Doppelventile) etwas schwergängiger und bedarf der Gewöhnung.

Restaurierung 2. Bauabschnitt 2005 

Ausgeführte Arbeiten im Überblick: Im Jahre 2005 wurden in einem 2. Bauabschnitt die beiden anderen Werke, Oberwerk (II. Manual) und Pedal in Auftrag gegeben und rekonstruiert.

  • Neu Flechsen und Beledern der drei weiteren originalen Keilbälge durch die polnische Orgelbaufirma Adam Olejnik
  • Anschluß der originalen Keilbälge an den Motorwind durch die polnische Orgelbaufirma Adam Olejnik
  • Vervollständigen der Kanalanlage zum Oberwerk und Anschluß der originalen Kanalstutzen des Pedals durch die polnische Orgelbaufirma Adam Olejnik
  • Rekonstruktion der Registertraktur von Oberwerk und Pedal
  • Rekonstruktion der Tontraktur, Erneuerung aller Abstrakten, Wellenbretter und Wellen in baugleicher Form zum Hauptwerk
  • Rekonstruktion der Oberwerks- und Pedalwindladen nach originalen Pfeifenbänkchen und Rasterleisten und dem Hauptwerk
  • Rekonstruktion der originalen Mensuren anhand der teilweise noch vorhandenen Raster und Pfeifenbänkchen, Aufnahme von Mensuren der durch Lummert veränderten Orgel in Wendisch Ossig (Osiek). Herstellen der Pfeifen in Anlehnung an die Bauweise der originalen Pfeifenbestände
  • Herstellung der Prospektpfeifen des Oberwerkes and aller nötigen Zinnkondukten
  • Einbau aller Bauteile anhand vorhandener Spuren der ursprünglichen Lage und Befestigung.
  • Intonation und Stimmung des Oberwerkes und des Pedals, Durchsicht des Hauptwerks in Intonation und Stimmung

Nach mehrjähriger intensiven Suche und dem Zugang zahlreicher Informationen konnte keine noch vorhandene Orgel des Orgelbauers Lummert in Deutschland, Polen oder der Tschechischen Republik gefunden werden.

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