Die Orgel der Schwabmünchner Stadtpfarrkirche St.
Michael wurde vor 10 Jahren am Pfingstsonntag 1999 eingeweiht. Ein „Jubiläums-
konzert“ findet an Pfingstsonntag 31. Mai um 20 Uhr mit dem Münchner
Professor Wolfgang Hörlin statt. Hörlin studierte bei Prof.
Franz
Lehrndorfer und gewann mehrere internationale Interpretationswettbewerbe.
Nach einem Stipendium für einen Studienaufenthalt in Paris,
wurde er 1994 Dozent für Orgel, Orgelimprovisation, Liturgisches
Orgelspiel und Klavierimprovisation im Fach Filmmusikkomposition
an der Hochschule für Musik und Theater in München. In seinem
Konzert in Schwabmünchen wirde er neben Kompositionen von Bach und
Hummel auch Improvisationen spielen. Es besteht für das Publikum
auch die Möglichkeit, vor dem Konzert themenvorschläge abzugeben.
Prof. Hörlin wird eine Auswahl der Themen in eine Orgelimprovisation
einbinden. Das Konzert beginnt um 20 Uhr.
Eine der größten Orgelneubauten der letzten Zeit in unserer
Diözese wurde in Schwabmünchen mit viel Mut und Engagement in
Angriff
genommen. Der Auftrag ging damals an die renommierte Orgelbaufirma Eule
in Bautzen, und war zu diesem Zeitpunkt der größte
Orgelneubau dieser Handwerksfirma nach der Wiedervereinigung. 3731 Pfeifen
aus Metall und Holz wurden gebaut, der Einbau von
56 weiteren Pfeifen und eines mechanischen Glockenspiels mit 30 Glocken
für einen späteren Zeitpunkt (noch nicht geschehen)
vorbereitet. Die längste Pfeife ist beinahe 6 Meter lang, die kleinste
Pfeife gerade mal 12 Millimeter. Insgesamt bringt das Instrument
ein Gewicht von 19 Tonnen auf die Waage. Gesteuert wird diese Klangmasse,
zusammengefasst zu 58 Registern von einem mecha-
nischen Spieltisch mit vier Manualen und Pedal. Immer wieder kommen Besucher
aus aller Welt, um diese Orgel zu spielen.
Unabdingbar für eine ansprechende musikalische Gestaltung von Gottesdiensten
hat sich die Orgel aber auch als Konzertinstrument
bewährt. In 58 Orgelkonzerten haben bisher Interpreten aus England,
Frankreich, Italien, Schweiz, Russland, Polen, Tschechien,
Ungarn, Japan, Korea, Litauen, Kanada, USA und natürlich auch aus
Deutschland die Orgel gespielt. In etlichen dieser Konzerte wurde
die Eule-Orgel auch zusammen mit Instrumenten oder Sängern eingesetzt.
Verantwortlich für das Erscheinungsbild der Orgel ist der bekannte
„Orgelarchitekt“ Burkhart Goethe, und farblich gestaltet wurde
das
Gehäuse vom Künstler Jacques Gassmann. Die Erwartungen an die
architektonische Gestalt dieses Instrumentes waren sehr hoch,
denn bereits das Vorgängerinstrument setzte mit seinem einmaligen
Design hohe Maßstäbe. Leider war es nicht möglich hinter
die alte Orgelfassade ein neues Instrument einzubauen. Das zweite Vatikanische
Konzil stellte die Bedeutung der Pfeifenorgel mit
folgenden Worten klar: „Die Pfeifenorgel soll in der Kirche als
traditionelles Musikinstrument in hohen Ehren gehalten werden; denn ihr
Klang vermag den Glanz der kirchlichen Zeremonien wunderbar zu steigern
und die Herzen mächtig zu Gott und zum Himmel empor-
zuheben.“
Studium der Schul- und Kirchenmusik, Orgel und Improvisation bei Prof.
Franz Lehrndorfer und Prof. Gerhard Weinberger
1983-1994 Dozent für Orgel und Liturgisches Orgelspiel an der Kirchenmusikschule
in Regensburg
1988 Erster Preis beim 1. Internationalen Improvisationswettbewerb in
Linz/Österreich
1989 Zweiter Preis beim 1. Europäischen Orgelimprovisations-Wettbewerb
in Schwäbisch- Gmünd
1990 Gewinner des Internationalen Orgelimprovisations-Wettbewerbes in
Haarlem/Niederlande
1993 Gewinner des Johann-Pachelbel-Preises beim Internationalen Orgelimprovisations
wettbewerb
der 42. Internationalen Orgelwoche in Nürnberg (ION)
1992 Stipendiat des Bayerischen Kultusministeriums für einen Studienaufenthalt
in der „Cité des Arts“ in Paris
seit 1994 Dozent für Orgel, Orgelimprovisation, Liturgisches Orgelspiel
und Klavierimprovisation im Fach Filmmusikkomposition
an der Hochschule für Musik und Theater in München
Neben den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Orgelimprovisation,
auch in Verbindung mit anderen Künstlern und Kunstformen wie
etwa Textlesungen oder Pantomime, widmet sich Wolfgang Hörlin besonders
der Interpretation zeitgenössischer Orgel-Literatur und hat
im Jahr 2007 an der Orgel der Basilika Vierzehnheiligen die großen
Orgelsolowerke des 2002 verstorbenen Würzburger Komponisten
Bertold Hummel auf einer in Fachkreisen vielbeachteten CD bei ifo-records
eingespielt. |