| Die Königin
ist wieder zu Hause - Größte Springladenorgel der Welt nach
fünfjähriger Restaurierung in Borgentreich eingetroffen
Borgentreich. Wellenbretter, Windlade und
Zierhölzer liegen auf und zwischen den Kirchenbänken. Zerlegt
in rund 10.000 Einzelteile wurde die größe Springladenorgel
der Welt gestern zurück nach Borgentreich transportiert. Nur die
Pfeifen haben die Orgelbauer aus dem sächsischen Bautzen noch nicht
mitgebracht.
(…) Während sich die Borgentreicher Helfer noch zuprosteten,
begannen die Mitarbeiter um Orgelbaumeister Konrad Dänhardt mit
den Vorbereitungen für den Wiederaufbau. Zunächst galt es,
ein großes Gerüst vor der Empore aufzubauen, damit die vielen,
oft sperrigen Einzelteile hochgehievt werden können. „ Wie
viele es genau sind, können wir gar nicht sagen, denn wir haben
sie nie gezählt. Ich schätze, dass wir rund 10.000 Teile hier
liegen haben“, sagt Dänhardt. Die meisten verpackten Stücke
sind beschriftet. Andere Teile, wie die unzähligen Wellenbretter,
die Kanthölzern mit Abstandshaltern ähneln, liegen lose und
ohne Markierung auf den Kirchenbänken.
Bei so vielen Einzeilteilen nicht durcheinander zu kommen, ist für
die Arbeiter aus Sachsen eine große Herausforderung. „Es
ist meines Wissens aber noch nie vorgekommen, dass etwas übrig
blieb“, sagt Orgelbauer Michael Heinrich. „Wir kennen die
Orgel inzwischen so gut, dass wir die Beschriftung nicht mehr bräuchten“,
ergänzt Dänhardt.
Bis zum 26. März soll das Gehäuse der so genannten Königin
der Instrumente stehen. Dann sind zunächst die Maler dran, die
das Holz pasend zu den Farben der Kirche anmalen. Erst danach, im Sommer,
werden dann die Pfeifen eingebaut und intoniert. Das Richtfest ist für
den 2. und 3. Oktober geplant, die Einweihung für das Frühjahr
2011.
Bis dahin ist noch viel zu tun. „Was die Restaurierung so teuer
macht, ist die viele Handarbeit“, sagt Orgelbauer Heinrich. Die
Kosten von knapp 1,7 Millionen Euro beschäftigen auch den Vorsitzenden
des Orgelfördervereins, Joachim Ohlrogge. „Wir brauchen noch
etwa 450.000 Euro an Spenden“, sagt der Borgentreicher, der natürlich
auch auf die Unterstützung durch Bund und Land hofft. „allerdings
sich dort die Kassen sehr knapp, deshalbt sind wir umso mehr auf die
Bevölkerung angewiesen.“ So gäbe es noch die Möglichkeit,
eine Patenschaft für eine Pfeife zu übernehmen.
Dass sich der ganze Aufwand lohnt, davon ist der Chef des Orgelmuseums
und Organist Jörg Kraemer fest überzeugt. Auch wenn die ersten
Töne in Borgentreich frühestens im Spätsommer zu hören
sein werden – er durfte die Orgel, bei der ein Drittel der 3.012
Pfeifen neu gegossen wurden, bei der Vorintonation bereits hören.
„Das klang sehr vielversprechend“, berichtete Kraemer.
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