Willkommen Orgelbau Tradition Orgelbau Veranstaltungen Publikationen
Orgel Neubau
Orgel Restaurierung
Orgel Wartung
Orgel Lexikon
Kontakt
Impressum
 

Wittenberg
Schlosskirche - Ladegast Orgel

 

Erbaut 1864, Friedrich Ladegast
Restauriert 1994, Hermann Eule Orgelbau


Geschichte

1863 beginnt Friedrich Ladegast, einer der berühmtesten Orgelbauer
des 19. Jahrhunderts, mit dem Bau der Orgel in der Schlosskirche zu
Wittenberg.
Hier, in der Ruhestätte Martin Luthers und Philipp Melanchtons, will er
"eine, wenn auch nicht große, so doch vorzüglich gute Orgel..., ein ganz
dieser geheiligten Stätte würdiges Werk" erbauen.
Er verwendet dabei das Gehäuse der barocken Vorgängerorgel
J. E. Hübners von 1771. Die Orgel erhält 39 Register auf drei Manualen
und Pedal und wird am 13. Mai 1864 abgenommen. 1892/93 wird die
Schlosskirche im neugotischen Stil umgebaut, dabei erhält auch die
Orgel ein neugotisches Eichenholz-Gehäuse. Ladegast baut seine Orgel
1864 klanglich unverändert in dieses Gehäuse ein, die Spieltraktur
versieht er mit einer Barkermaschine.
1935 baut die Firma Sauer, Frankfurt / Oder, die Orgel elektropneuma-
tisch um und erweitert den Registerbestand auf 50. Im Laufe der Jahre
stellen sich mehr und mehr Mängel ein, so dass ab 1979 Überlegungen
beginnen müssen, was mit der Orgel geschehen soll. Die Alternativen
- Reparatur, Umbau oder Neubau - werden erwogen und verworfen.
1985 untersucht die Firma Eule die Orgel, stellt eine bedeutende Menge
originaler Teile der Ladegast-Orgel fest (Windladen, Pfeifenwerk) und
entwickelt daraus ihre Konzeption:
Restaurierung des Ladegast-Bestandes, Rekonstruktion verloren ge-
gangener Register, Remechanisierung der Ton- und Registratur,
Erweiterung der Orgel um ein IV. Manual als großes Schwellwerk, da
das vorhandene schwellbare Echowerk mit 6 Registern viele romanti-
sche Musik nur bedingt darzustellen erlaubt.
Am Reformationstag des Jahres 1994 wurde das restaurierte und
erweiterte Werk festlich eingeweiht.


Gutachten

"Die Werkstatt Eule hat sich einer ungewöhnlichen und risikoreichen
Aufgabe in mutiger und zugleich wohlüberlegter Weise gestellt und sie
mit großer Gewissenhaftigkeit und Einfühlung gelöst. Es ist ein
Instrument entstanden, in welchem nach den gegebenen Möglichkeiten
das musikalische Konzept Friedrich Ladegasts bewahrt bzw. Wiederge-
wonnen und zugleich in stilvoller Weise weiterentwickelt wurde, ohne
eine Kompromiss- oder Universalorgel anzustreben..."
Der Unterzeichnete beglückwünscht die Orgelbauer, die Eigentümerin
und Organistin zu dem wohlgelungenen Werk und empfiehlt es ihrer
Fürsorge, vor allem aber dem Schutz des Allerhöchsten.

Prof. Dr. Hermann J. Busch
Kreuztal

 
 
Disposition
 
zurück    nach oben
Restaurierte Ladegast-Orgel, Schlosskirche, Wittenberg