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Glauchau
St. Georgen - Silbermann Orgel

 

Erbaut 1730, Gottfried Silbermann
Restauriert 1998, Hermann Eule Orgelbau


Geschichte

Gottfried Silbermann, der berühmte "Hof- und Landorgelmacher" aus
Freiberg vollendete diese Orgel im Jahr 1730 in der fast zeitgleich ent-
standenen St. Georgenkirche. Mit 27 Registern gehört die Orgel zu den
größeren zweimanualigen Orgeln des Freiberger Meisters. Bemerkens-
wert ist die Ausstattung auch des Oberwerks mit Principal 8 Fuß.
Die Orgel hat im Laufe der Geschichte zahlreiche Änderungen erfahren:
1850 - Steinmüller, Grünhain, entfernt Sesquialtera und Vox humana aus
dem Oberwerk, Cymbel 2fach aus dem Hauptwerk und baut Viola da
Gamba 8', Salicet und Flauto traverso 4' an deren Stelle ein; er erneuert
die Klaviaturen.
1853 - Urban Kreutzbach, Borna, macht die bis dahin feste Pedalkoppel
schaltbar.
1891 - Richard Kreutzbach entfernt die Register Steinmüllers, baut im
Hauptwerk eine neue Gamba 8' und Vox humana 8' ein.
1924 - Gebr. Jehmlich fügen Cymbel, Sequialtera und Octavbass 4' so-
wie die Pedaltöne cs' - f' pneumatisch hinzu und hängen die Traktur um
1 Halbton um.
1953 - Gebr. Jehmlich bauen sämtliche Pfeifen ab 2'-Länge neu, die
Originalpfeifen erhalten neue Kerne; Ton C wird für alle Register hinzu-
gefügt, die pneumatischen Zusätze Octavbass 4' und Pedalerweiterung
cs' - f' werden beibehalten.


Restaurierung

1994 legten wir eine Konzeption zur konsequenten Restaurierung der
Orgel vor, die mit den Orgelsachverständigen Reimund Böhmig und
Dr. Horst Hodick erarbeitet wurde.
Folgende Maßnahmen wurden festgelegt und 1997/98 verwirklicht:

 
Wiederherstellung von Instandsetzung von
- Disposition - Windladen
- Tonhöhe - Tonmechanik
- Stimmungsart - Registermechanik
- Tastenanzahl  
- Klaviaturen  
- Klangverhältnissen  
- Balganlage  
- Kanalanlage  
- Nebenzügen  
 
Von den ursprünglich 1563 Pfeifen Silbermanns waren nur noch 354 er-
halten geblieben. Die 1891 und 1953 eingebauten Pfeifen entsprachen
in Bauform und ihren Maßen nicht dem Vorbild Silbermanns.
Wir fertigten deshalb 1209 Pfeifen in den Maßen und der Technologie
Silbermanns neu an.
Die Balganlage wurde nach dem Vorbild der Silbermann-Orgel in Ponitz
mit drei Keilbälgen neu gebaut. Zur Annäherung an die Klanggestalt
Silbermanns wurden dessen Orgeln in Ponitz und Großhartmannsdorf
zu Rate gezogen.
Die Stimmungsart ist ungleichstufig, orientiert an der von G. A. Sorge
1748 überlieferten Stimmung Silbermanns:
7 Quinten (c-g, g-d, d-a, a-e, e-h, h-fis, f-c) sind um 1/6 pyth. Komma
verengt. 1 Quinte (gis-es) um 1/6 Komma erweitert, 4 Quinten sind rein.
 
 
Disposition
 
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Restaurierte Silbermann-Orgel, St. Georgen, Glauchau