Orgeldetail, Wolfgang Lienbacher
Orgeldetail, Wolfgang Lienbacher
Propter Homines Orgel im Großen Saal der Stiftung Mozarteum, Salzburg
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Salzburg, Stiftung Mozarteum,
Großer Saal - Propter Homines Orgel

 
Hermann Eule Orgelbau - opus 657, III+P/51 (davon 1 Extension)
Erbaut 2010, Gehäuse von der ursprünglichen Orgel der Gebr. Rieger,
Jägerndorf, 1915
www.mozarteum.at


Konzeption

Mozart schrieb in einem Brief an seinen Vater (1777): "Die Orgel ist doch in
meinen Augen und Ohren der König aller Instrumente".

Nun ist sie eingezogen, die Königin der Instrumente. Mozarts berühmter
Titel für die Orgel ist gerade hier im Salzburger Mozarteum angebracht.
51 verschiedene Klangfarben (Register) werden von 3.393 Pfeifen erzeugt.
Die Register sind verteilt auf 3 Manual- und eine Pedalklaviatur. Diese
können wiederum mit 11 Koppeln vielfältig miteinander kombiniert und ver-
bunden werden. Es ergibt sich ein außergewöhnlich vielseitiger und reich-
haltiger Klangapparat, der die Orgel des Salzburger Mozarteums zu einem
außergewöhnlichen Konzertsaalinstrument macht.
Die klangliche Inspiration schöpfen wir aus der reichhaltigen Tradition des
mitteldeutschen Orgelbaus, dessen führende Vertreter wie Gottfried Silber-
mann oder Friedrich Ladegast hier Unvergleichliches geschaffen haben,
und ebenso aus der Klangwelt der französischen Symphonik eines
Cavaillé-Coll.
Das große Hauptwerk (I. Manual) ist das führende Klangwerk der Orgel mit
einem vollen, raumfüllenden Klang und einem prächtigen, rauschenden
großartigen Pleno, das beispielsweise Werke der Zeit Bachs gut zum
Klingen bringt.
Das II. Manual verbindet die Klangfarbigkeit eines barocken Positivs mit
der Grundtönigkeit der romantischen Orgel. Ein schlankerer Principalchor
mit einer kleineren Mixtur ermöglicht einen silbrig strahlenden Plenoklang,
der ein Gegenpart zu dem des Hauptwerks ist.
Das Schwellwerk auf dem III. Manual verkörpert vor allem das orchestral
gedachte Klangideal der Spätromantik mit einer großen Expressivität,
Farbigkeit und Dynamik.
Die große Besetzung des Pedals hat zwei Funktionen: zum Einen die Trag-
fähigkeit im Grundtonbereich, zum anderen aber eine große dynamische
Variabilität, die das Pedal anpassungsfähig machen soll an alle drei Manu-
ale mit ihren breiten farblichen Möglichkeiten.

Unsere Orgel des Salzburger Mozarteums ist keine historisierende Klang-
kopie, sondern eine neue Orgel aus unserer Zeit. Sie soll besonders ge-
eignet sein für die Musik vom Barock über die Romantik bis zur Gegenwart,
und dies nicht nur für Musik aus dem österreichischen und deutschen
Kulturraum, sondern insbesondere auch für den reichhaltigen Fundus an
französischer Orgelmusik.

Jiří Kocourek


Fotografie:
Wolfgang Lienbacher
 
 
Disposition
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