
Kassel - Niederzwehren |
| Hermann Eule Orgelbau - opus
640, II / 19 Erbaut 2005 Konzeption Die generelle Konzeptvorgabe für die Aufstellung der Orgel mit einer vor der Altarwand zu entwickelnden Prospektansicht hielt mehrere Lösungs- ansätze bereit, aus denen sich eine freie Gliederung der Pfeifenanordnung herauskristallisierte, die dennoch den Bezug zur inneren technischen Struktur der Orgel nicht verlässt. Angesichts der dominierenden Farbglas- fenster mit ihrem strengen Gliederungsprinzip war es ein besonderes Anliegen, innerhalb einer schlichten Gesamtform mit der Bewegung natürlicher Pfeifenabläufe und eleganten Pfeifenfüßen Dynamik und Leichtigkeit zu vermitteln, um so dem Orgelkörper einen nahezu fließenden Übergang in die Raumarchitektur zu ermöglichen. Auf eigenständig bekrönende Gehäuseelemente über den Prospektpfeifen oder Schleier- ornamentik wurde deshalb bewusst verzichtet. Erst hinter den oberen Pfeifenmündungen beginnt der eigentliche Gehäuseschrein, eine wichtige Voraussetzung für die Resonanzentwicklung, Klangbündelung und Klang- abstrahlung einer Orgel. Auch für den seitlichen Anblick vom Kirchenraum aus wurde das Prinzip der Prospektarchitektur bei der Ausbildung der Gehäuseseiten weitergeführt. Die gesamte Orgeltiefe von mehr als vier Metern erhielt eine gestalterische Differenzierung durch die Gliederung in drei einzelne Gehäusesegmente mit deutlichen Zwischenräumen. Neben der wohltuenden Auflockerung dieser Fläche wird dadurch wie von selbst der innere Werkaufbau des Instrumentes im Äußeren sichtbar: Vorn das Hauptwerk, in der Mitte das Schwellwerk mit zur Seite hin zusätzlichen Jalousien, dahinter das Pedalwerk. Das Orgelgehäuse wurde aus Eichenholz gefertigt, die Oberflächenlasur mit der anthrazitfarbigen Altarwand abgestimmt. Der separate Spieltisch an der Seite der Orgel weicht von dem Farbkonzept ab, indem er im Inneren traditionell in warmem Kirschholz gestaltet ist. Für die Orgel in Herz-Jesu gaben
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