| Hermann Eule
Orgelbau - opus 542, II / 24
Erbaut 1988
Gestaltung
Das Interieur der gotischen St. Peter- und Paulskirche Göda vor
den
Toren Bautzens wurde von dem Dresdner Bildhauer Friedrich Preß
geschaffen.
Auch der Orgelentwurf stammt aus seiner Hand. Altar, Orgel und die
Apostelfiguren des Chorraumes stehen in enger Beziehung. Deutlich ist
spürbar, dass bei der Gestaltung der Orgel ein Bildhauer am Werke
war:
die Orgel ist als Großplastik verstanden worden.
Das Gehäuse ist in gebeizter Kiefer gebürstet.
Einige Register der Vorgänger-Orgel (Hermann Eule 1892) wurden
in
die Klanggestalt der neuen Orgel einbezogen:
Rohrflöte 8', Fugara 8' im Hauptwerk, Canora 8' und Spitzflöte
4';
im Schwellwerk, im Pedal Gemshorn 8'
Stimmen zur Orgel
Wie die geblähten Segel eines Schiffes, wie ein Vogel, der bereit
ist zum
Flug, steigt die neue Orgel an der Westwand der Kirche von Göda
auf.
Beides sind alte Symbole der Verbindung, des Gernzüberschreitens
und
der Wegverkürzung; Symbole, die in sich einen Sieg feiern. Keinen
des
Gegeneinanders, des Unterlegenseins eines anderen, sondern einen im
Aufbruch zu etwas, zum fernen Erreichenwollen.
Und so ist diese Orgel auch wie eine große Umarmung, an die
Schutzmantelmadonnen des Mittelalters erinnernd, die vom Gewände
herabblickend die Gemeinde unter ihre Schirmherrschaft nahmen ...
Ingrid Wenzkat
Aus DIE UNION Tageszeitung der CDU vom 16./17. Juni 1988
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