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Richard Kreutzbach wurde 1839 als Sohn des Orgelbauers Urban
Kreutzbach
in Borna geboren. Sein Vater (1796-1868) war aus Dänemark eingewandert
und hatte sich nach Wanderschaft und Orgelbaulehre 1828 im sächsischen
Borna selbständig gemacht. Bedeutsam wurde er nicht nur durch seine
rund
90 hochwertigen Orgeln (u.a. in Döbeln, Leipzig, Pegau, Bad Lausick,
Waldheim,
Dresden-Hosterwitz), sondern auch als Lehrer so bedeutender Orgelbauer
wie
Friedrich Ladegast in Merseburg oder Gotthilf Bärmig in Werdau.
Richard Kreutzbach lernte den Orgelbau bei seinem Vater. Nach dessen Tod
1868 übernahm er zunächst mit seinem Bruder Bernhard die Werkstatt
und wurde
nach Bernhards Ausscheiden 1875 Alleininhaber. Der dritte Bruder Julius
wurde
als Klavierfabrikant in Leipzig namhaft. Richard Kreutzbach heiratete
1874 in Borna;
seine Frau Minna Marie Heyne schenkte ihm eine Tochter. Am 21. Juni 1903
starb
Richard Kreutzbach in Borna. Die Firma wurde von den Werkführern
Schmidt &
Berger übernommen, die jedoch nicht an die Bedeutung Kreutzbachs
anknüpfen
konnten. 1911 entstand für Gnandstein der letzte Orgelneubau, danach
wurden
nur noch kleine Reparaturen ausgeführt, deren letzte 1942 nachweisbar
ist.
In 35 Jahren Orgelbautätigkeit Richard Kreutzbachs entstanden nicht
weniger als
120 neue Orgeln, von kleinsten Orgeln für Dorfkirchen und Lehrerseminare
bis hin
zu den großen dreimanualigen Instrumenten für seine Heimatstadt
Borna, den
Meißner Dom, die Stadtkirchen in Frankenberg, Greiz, Penig und Pößneck
sowie
die Johanneskirche Gera.
Jiří Kocourek |